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Künstliche Farbstoffe in Gummibonbons

Wein- oder Fruchtgummibonbons bestehen im Wesentlichen aus Glukosesirup, Zucker und aus den für sie charakteristischen Quell- und Gelierstoffen, Genusssäuren und Aromastoffen.

Ihre bunte Farbe erhalten sie durch den Zusatz von künstlichen Farbstoffen und vermehrt durch färbende Frucht- und Pflanzenextrakte wie z. B. Holundersaftkonzentrat oder Curcuma- Paprika-, Brennnessel-, Spinat- Extrakte. Hierbei ist für den Verbraucher in Hinblick auf das allergene Potential einiger Früchte und Pflanzen wichtig, dass die verwendeten Frucht- und Pflanzenextrakte jeweils mit ihrer Verkehrsbezeichnung im Zutatenverzeichnis genannt werden.

Welche künstlichen Farbstoffe, in welcher Menge für die Herstellung von Gummibonbons, die zur Gruppe der Süßwaren gehören, zugelassen sind, ist in der Zusatzstoff-Zulassungsverordnung geregelt. Farbstoffe sind mit E-Nummern der 100er Reihe gekennzeichnet. Hierzu gehören auch einige Azo-Farbstoffe, bei denen Gesundheitsrisiken bestehen können wie neuere wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen. Bei der neuen EU-Gesetzgebung zur Genehmigung von Lebensmittelzusatzstoffen, Aromen und Enzymen soll für alle Lebensmittel, die die Azo –Farbstoffe E 102, E 104, E 110, E 122, E 124 und E 129 enthalten, der Hinweis " kann sich nachteilig auf die Konzentration von Kindern auswirken" eingeführt werden.

Abb. 1: Gummibonbons gefärbt mit Frucht- und Pflanzenextrakten
Abb. 1: Gummibonbons gefärbt mit Frucht- und Pflanzenextrakten
Abb. 2: Gummibonbons gefärbt mit künstlichen Farbstoffen
Abb. 2: Gummibonbons gefärbt mit künstlichen Farbstoffen

Die nachfolgend beschriebenen Verfahren dienen der Überprüfung der zulässigen Verwendung künstlicher Farbstoffe in Gummibonbons.

PC einer Probe Gummibonbons sowie roter und gelber Farbstoffe  
Abb. 3: DC von Gummibonbons sowie roter, orange und gelber Farbstoffe

Qualitativer Nachweis künstlicher Farbstoffe mittels Dünnschichtchromatographie (DC)

Verschiedenfarbige Gummibonbons werden einzeln untersucht. Dafür werden die Gummibonbons in angesäuertem Wasser aufgelöst. Anschließend werden 1-2 entfettete Wollfäden dazugegeben, an die sich die Farbstoffe anheften. Nach dem Ablösen der Farbstoffe wird die erhaltene bunte Flüssigkeit direkt auf eine mit Cellulose beschichtete Platte aufgetragen. Als Vergleiche werden Mischungen und einzelne Farbstoffe aufgetragen (Abb. 3). Die Zuordnung der in den Gummibonbons enthaltenen künstlichen Farbstoffe wird visuell über die Laufhöhe zu den Vergleichsstandards vorgenommen.

HPLC-Chromatogramm einer Standardmischung roter und gelber Farbstoffe  
Abb. 4: HPLC-Chromatogramm einer Standardmischung roter und gelber Farbstoffe

Quantitative Bestimmung künstlicher Farbstoffe mittels Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC)

Für die Bestimmung des Gehaltes an künstlichen Farbstoffen in Gummibonbons werden diese von der Matrix (Gelatine u. Zucker) abgetrennt. Die so erhaltene Lösung wird mittels HPLC untersucht (Abb. 4).

Die Identifizierung der Farbstoffe erfolgt durch den Vergleich mit denen eines Standardgemisches. Die Größe bzw. Fläche der erhaltenen Signale ist dabei ein Maß für den jeweiligen Gehalt des Farbstoffes in den Gummibonbons.

Gummibonbons
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