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Speiseeis – Nuss ist nicht gleich Nuss

Inhaltsstoffe oft unzureichend gekennzeichnet



Das Speiseeis in den Eisdielen des Landes Niedersachsen wird regelmäßig intensiv kontrolliert. Der Verbraucher muss vom Anbieter über verschiedene Inhaltsstoffe, die in seiner Eiskugel stecken, informiert werden. Es lohnt sich für ihn, Hinweisschilder in Eisdielen genau zu studieren, denn der Anbieter ist verpflichtet, den Kunden auf einige Inhaltsstoffe des Speiseeises hinzuweisen. Wenn der Anbieter Werbeversprechungen macht, aber minderwertiges Eis verkauft, ist das Irreführung und wird von den kontrollierenden Behörden beanstandet.


Leitsätze für Speiseeis

Nach den Leitsätzen für Speiseeis enthält Nusseis Nussfrüchte im botanischen Sinne wie z. B. Hasel- und Walnuss. Der Nussanteil beträgt mindestens 5 %. Wird nur eine Nussart verwendet, z. B. Haselnuss, so kann das Eis als Haselnusseis bezeichnet werden. Werden hingegen mehrere Nussarten verwendet, so muss dies aus der Bezeichnung hervorgehen, es sei denn, das Eis wird als „Nusseis“ bezeichnet.


Analytik

Mittels immunologischer Untersuchungen wird geprüft, welche Nussarten in dem Eis enthalten sind. Weiterhin wird die Fettsäurezusammensetzung des in dem Eis enthaltenen Fettes untersucht. Die verschiedenen Nussarten haben charakteristische Fettsäuremuster, anhand derer Rückschlüsse auf die verwendeten Nussarten gezogen werden können. So enthält z. B. Haselnussöl viel Ölsäure, während bei Walnussöl Linolsäure dominiert.


Untersuchungsergebnisse des LAVES

Von 2015 bis 2017 wurden im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover des LAVES 40 Proben Nusseis untersucht. Davon waren 31 Proben Haselnuss- und neun Proben Walnusseis.

Von den neun Proben Walnusseis wurden sieben Proben (78 %) als irreführend beanstandet, da der Haselnussanteil neben geringeren Mengen an Walnuss dominierte.

Bei den Haselnusseisen gab es diese Problematik nicht, hier war ausschließlich Haselnuss enthalten.

Im Jahr 2014 hat das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover 22 Proben lose angebotenes Nusseis aus Eisdielen überprüft. Davon waren 15 Proben Walnuss- und sieben Proben Haselnusseis.

Das Walnusseis wurde auf den Gehalt an Haselnussprotein untersucht. Acht (53 %) lose angebotene Proben wurden als irreführend bezeichnet beurteilt da sie zu hohe Anteile an Haselnuss aufwiesen. Drei Walnusseisproben aus industrieller Produktion enthielten nur Spuren an Haselnuss im Bereich um 10 mg/kg.


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