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Natürliches Mineralwasser – beliebtester Durstlöscher

Natürliches Mineralwasser zählt zu den beliebtesten Durstlöschern - ca. 140 Liter (incl. Heilwasser) trinken die Deutschen davon pro Kopf und Jahr. Damit stehen Mineralwässer in der Beliebtheitsskala an zweiter Stelle nach Kaffee. Jeder Verbraucher wählt das Mineralwasser seines Geschmacks und nicht jedes Mineralwasser ist für jeden Verbraucher gleich gut geeignet.


Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover des LAVES untersucht und begutachtet lebensmittelrechtlich jährlich ca. 300 bis 350 natürliche Mineralwässer im Rahmen von Untersuchungsprojekten mit unterschiedlichen Schwerpunkten.


Natürliches Mineralwasser

  • hat seinen Ursprung in unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen und ist von ursprünglicher Reinheit („ursprünglich rein" heißt, dass es frei sein muss von Stoffen, die auf eine Verunreinigung durch den Menschen schließen lassen),
  • ist gekennzeichnet durch seinen Gehalt an Mineralien, Spurenelementen oder sonstigen Bestandteilen. Diese Zusammensetzung und die übrigen wesentlichen Merkmale bleiben im Rahmen natürlicher Schwankungen konstant,
  • hält die für bestimmte Stoffe (z.B. Nitrat, Schwermetalle) festgelegten zulässigen Höchstmengen und die vorgeschriebenen mikrobiologischen Anforderungen ein,
  • darf nur mit wenigen, genau definierten Herstellungs- und Behandlungsverfahren hergestellt werden,
  • muss von der zuständigen Behörde amtlich anerkannt sein und darf nur gewonnen werden, wenn die zuständige Behörde eine Nutzungsgenehmigung erteilt hat.


In Niedersachsen befinden sich insgesamt 57 amtlich zugelassene Mineralwasserbrunnen (Stand Juni 2017), wobei nicht alle zur Abfüllung genutzt werden, einige ruhen.

Mineralbrunnen in Niedersachsen
Der Schwerpunkt der Mineralbrunnen liegt im Nordharz

Wasser ist nicht gleich Wasser

Salzig, sauer, sprudelig, ... jedes Mineralwasser schmeckt anders.

Trinken

Bildrechte: © Adam Borkowski - Fotolia.com

Je nach geologischer Beschaffenheit des Quellortes ist die Zusammensetzung und Konzentration der Mineralien, aber auch der Gehalt an Kohlensäure unterschiedlich. Deshalb wählt jeder Verbraucher das Mineralwasser seines Geschmacks und nicht jedes Mineralwasser ist für jeden Verbraucher gleich gut geeignet.

Mineralwässer mit einem hohen Natrium- und Chloridgehalt sollten von Personen mit zu hohem Blutdruck und von Nierenkranken gemieden werden. Im Rahmen einer natriumarmen Ernährung sollte man ein Wasser wählen, das weniger als 20 mg/l Natrium enthält. Günstig ist hingegen ein hoher Gehalt an anderen Mineralstoffen.

Mineralwässer mit einem sehr geringen Gehalt an Mineralien sollte weder bei starker sportlicher Betätigung (wie z. B. Marathonlauf) noch dauerhaft getrunken werden.

Natürliches Mineralwasser für die Zubereitung von Säuglingsnahrung muss besondere Qualitätsmerkmale aufweisen. Es muss u.a. die strengen Anforderungen im Hinblick auf problematische Inhaltsstoffe wie Nitrat, Arsen, Uran oder Mangan erfüllen und ist zudem besonders gekennzeichnet („geeignet zur Säuglingsernährung").

Ob Glasflasche oder Kunststoffflaschen aus PET (Poly-Ethylen-Terephthalat) ist die Entscheidung des Verbrauchers. PET-Flaschen sind leicht und unzerbrechlich aber nicht so lange lagerbar. Glasflaschen garantieren eine Haltbarkeit über mehrere Jahre mit einem unveränderten Geschmack.

Grundsätzlich sollte eine angebrochene Wasserflasche innerhalb weniger Tage verbraucht und kühl gelagert werden.

Mineralwasser eignet sich auch hervorragend zum Kochen z.B. Quark wird sahniger, Eierkuchen werden luftiger, Waffeln werden knuspriger.


Untersuchung von natürlichem Mineralwasser im LAVES

Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover des LAVES nimmt die Untersuchung und lebensmittelrechtliche Begutachtung der natürlichen Mineralwässer im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung als Landesaufgabe wahr. Es ist weiterhin eingebunden in fachgutachterliche Stellungnahmen zu Verordnungs- und Richtlinienentwürfen auf nationaler und EU-Ebene.

Das Verfahren zur amtlichen Anerkennung und Erteilung der Nutzungsgenehmigung in Niedersachsen obliegt der Abteilung "Lebensmittelsicherheit" des LAVES.

Untersuchungsparameter nach den Anforderungen der Mineral- und Tafelwasser VO:

  • Genusstauglichkeitsprüfung
  • Charakteristische Hauptbestandteile, Mineralstoffgehalte wie Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Chlorid, Sulfat, Hydrogencarbonat
  • Spurenelemente
  • Anthropogene Verunreinigungen / ursprüngliche Reinheit wie PAK's, flüchtige organische Halogenverbindungen, Trihalogenmethane, Phenole, Pflanzenschutzmittel, Kohlenwasserstoffe, Süßstoffe
  • Stoffe, deren Überschreiten ein gesundheitliches Risiko darstellen wie Antimon, Arsen, Barium, Bor, Cadmium, Chrom, Cyanid, Fluorid, Blei, Mangan, Quecksilber, Nickel, Nitrat, Nitrit, Selen
  • Mikrobiologische Beschaffenheit wie Gesamtkeimzahl und die Freiheit von Krankheitserregern (E. Coli, Coliforme Keime, Fäkalstreptokokken, Pseudomonas aeruginosa, sulfitreduzierende Anaerobier)
  • Reaktionsprodukte, die bei der Herstellung entstehen können wie Ozon, Bromate, Bromoforme
  • Spezifische Anforderungen an die Zusammensetzung und Beschaffenheit im Hinblick auf Auslobungen in der Kennzeichnung (z.B. "natriumarm", "fluoridhaltig")
  • Spezifische Anforderungen an die Beschaffenheit bei dem Hinweis auf eine Eignung für die Säuglingsernährung wie Natrium, Nitrat, Nitrit, Sulfat, Fluorid, Mangan, Arsen, Radium-Aktivität
  • Migrationen aus dem Verpackungsmaterial (z. B. Acetaldehyd)
  • Kennzeichnungsüberprüfung

Für die Durchführung der Arbeiten stehen dem Institut nach dem Stand der Technik ausgerüstete Labore mit modernen Messplätzen wie Flüssigkeitschromatographen (HPLC), Ionenchromatographen (IC), Titriermessplätzen, Gaschromatographen (GC) mit verschiedenen Detektoren, Messplätze für die Elementanalytik (spektroskopische Verfahren ICP-OES, ICP-MS, AAS, AFS), einschließlich moderner Kopplungsverfahren sowie hochqualifiziertes Personal zur Verfügung.


Untersuchungsergebnisse

Jährlich werden ca. 300 bis 350 natürliche Mineralwässer im Rahmen von Untersuchungsprojekten mit unterschiedlichen Schwerpunkten untersucht.

Ein Schwerpunkt ist zum Beispiel die Überprüfung des Bromatgehaltes. Bromat kommt von Natur aus nicht in Mineralwasser vor, sondern kann im Zuge der Behandlung mit Ozon angereicherter Luft entstehen. Diese Behandlung darf bei natürlichem Mineralwasser und Quellwasser jedoch nicht zu Rückständen an Bromat führen, die den Höchstgehalt von 3µg pro Liter überschreiten. Außerdem muss bei diesen Produkten in der Etikettierung die Angabe „Dieses Wasser ist einem zugelassenen Oxidationsverfahren mit ozonangereicheter Luft unterzogen worden" in unmittelbarer Nähe des Analysenauszuges aufgeführt werden und das Verfahren muss für das betreffende Mineralwasser von der zuständigen Behörde zugelassen worden sein. Im Laufe des Jahres 2013 wurden bei 3 Erzeugnissen Bromatgehalte nachgewiesen, ohne dass ein Hinweis auf die Behandlung mit ozonhaltiger Luft gekennzeichnet war. In einem anderen Fall entsprach die Kennzeichnung nicht dem vorgeschriebenen Wortlaut.

Besonders hohe Anforderungen werden an natürliche Mineralwässer gestellt, die mit der Angabe werben „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung". Hier wurden erfreulicherweise keine Verstöße festgestellt, die sich auf die spezifischen Anforderungen beziehen. Ein weiteres Projekt befasste sich mit der Untersuchung und Beurteilung von natürlichen Mineralwässern aus Nicht-EU-Ländern. Wenn ein Mineralwasser aus einem Drittland in einem EU-Land amtlich anerkannt wurde, so ist dieses Mineralwasser in jedem anderen EU-Land auch verkehrsfähig. Es müssen auch bei diesen Wässern alle Anforderungen an die Zusammensetzung und die Kennzeichnung erfüllt sein.

Natürliches Mineralwasser muss gemäß der Definition hinsichtlich seiner Zusammensetzung im Rahmen natürlicher Schwankungen konstant bleiben. Als natürliche Schwankungen werden bei den das Wasser charakterisierenden festen löslichen Bestandteilen mit mehr als 20 mg/L Schwankungen von ± 20% toleriert. Ein Großteil der festgestellten Verstöße bezieht sich auf nicht mehr tolerierbare Abweichungen zwischen der Angabe der charakteristischen Bestandteile (Analysenauszug) in der Etikettierung und dem analytisch ermittelten Gehalten. Diese Angaben dienen in erster Linie der Information des Verbrauchers zum Gehalt an Mineralien, Spurenelementen oder sonstigen Bestandteilen. Abweichende Angaben werden als irreführend beurteilt.

Auf jeder Mineralwasserflasche müssen der Quellname und der Quellort angegeben sein. Diese Angaben werden anhand von Listen überprüft, in der alle amtlich anerkannten natürlichen Mineralwässer aus Deutschland und den EU-Ländern aufgeführt sind und die regelmäßig vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) aktualisiert werden.

Ein natürliches Mineralwasser ist aufgrund seiner Geschmacksneutralität sehr anfällig für Geschmacksabweichungen. Der Verbraucher sollte deshalb leere Mehrwegflaschen nicht für die Befüllung von stark riechenden Flüssigkeiten oder Lösemittel zweckentfremden und die Flaschen anschließend zur Wiederbefüllung abgeben. Im Rahmen der Qualitätssicherungssysteme der Abfüllbetriebe müssen diese Flaschen vor der Wiederbefüllung aussortiert werden. Es passiert aber immer wieder, dass diese Flaschen im Kreislauf verbleiben und Mineralwässer mit deutlich abweichenden sensorischen Eigenschaften dann als Verbraucherbeschwerden eingereicht werden.


Mineralwasser in der Gastronomie - nur in geschlossenen Flaschen

Zum Schutz der natürlichen Reinheit darf Mineralwasser in der Gastronomie, auch für den Verzehr vor Ort, nur in original verschlossenen Flaschen abgegeben werden.

Mineralwasser

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Hersteller bieten Mineralwasser dafür in kleinen Sondergrößen von 0,2 oder 0,25 Liter überwiegend in Glasflaschen an. Die Etikettierungen dieser für die Gastronomie bestimmten Abfüllungen weisen im Vergleich mit den für den Handel bestimmten Flaschen häufig eine veränderte, "edlere" Aufmachung auf.


Im Rahmen eines Projektes im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover des LAVES wurden im Jahr 2013 diese sogenannten "Gourmet-Linien" chemisch untersucht und die Kennzeichnung überprüft.


Die Angabe der Verkehrsbezeichnung, „natürliches Mineralwasser", oder ggf. „natürliches Mineralwasser mit Kohlensäure versetzt" muss mit der Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatums und der Mengenkennzeichnung in einem Sichtfeld aufgeführt werden. Die Angaben befinden sich in einem Sichtfeld, wenn sie von einem Lesenden mit einem Blick erfasst werden können, ohne die Verpackung drehen oder wenden zu müssen. Insbesondere bei diesen kleinen Sondergrößen wurden vermehrt Verstöße gegen diese Vorschrift festgestellt. Mehrere Erzeugnisse waren außerdem auffällig durch Kennzeichnungselemente in zu kleiner Schriftgröße, unzulässige Abkürzungen oder fehlende Angaben, wie z.B. des Quellortes. Das Aufdrucken von Kennzeichnungselementen auf der Innenseite eines Etikettes, das auf die Glasflasche aufgeklebt wird, damit die Angaben durch die Glaswände und das Wasser gelesen werden können, sind innovative Ideen der Hersteller, entsprechen aber bei Pflichtangaben aufgrund der optischen Verzerrung durch die Glaswölbung nicht den Anforderungen an die deutliche Lesbarkeit.

Inhaltlich unterscheiden sich diese Wässer in der Zusammensetzung nicht von den üblichen Abfüllungen. Die Anforderungen an die Lesbarkeit der Pflichtangaben muss auch bei diesen kleinen Sondergrößen eingehalten werden.


Warum richtiges Trinken so wichtig ist

Wasser ist für den Körper lebenswichtig, denn ohne Wasser läuft im Körper nichts.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen unter normalen Lebensbedingungen täglich eineinhalb bis zwei Liter zu trinken, am besten Wasser. An heißen Tagen oder wer viel schwitzt sollte bis zu 3 Litern täglich trinken. Auch wer trockener, kalter Luft ausgesetzt ist, braucht deutlich mehr Wasser. Die Menge, die ein Mensch pro Tag trinken sollte, hängt zudem vom Alter ab. Kinder benötigen mit fast einem Liter pro Tag relativ viel Flüssigkeit, denn der Wasseranteil in ihrem Körper ist noch höher als bei Erwachsenen.

Viele Menschen trinken zu wenig. Meist unterschätzt werden die ersten Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels wie verminderte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Schwindel, Müdigkeit und Kopfschmerzen können auftreten. Dies macht sich vor allem beim Sport und bei der Arbeit bemerkbar. Auch Schüler und Studenten können besser lernen und konzentrierter arbeiten, wenn sie während des Unterrichts oder während der Vorlesung trinken.


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