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Babynahrungs-Lexikon

Produkte zur Ernährung von Säuglingen (Kinder unter zwölf Monaten) und Kleinkindern (Kinder zwischen einem und drei Jahren) werden in Deutschland besonders kontrolliert und unterliegen den speziellen, strengen Anforderungen der Diätverordnung in Bezug auf die Zusammensetzung, die Verwendung von Zusatzstoffen, die bakteriologischen Anforderungen und Grenzwerte für Rückstände und Schadstoffe.

In der Diätverordnung werden drei Gruppen von Babynahrung unterschieden: die Säuglingsanfangsnahrung sowie die Folgenahrung und die Beikost.

Säuglingsanfangsnahrung ist für die Ernährung von Säuglingen in den ersten Lebensmonaten bestimmt, kann aber auch später zusätzlich zur Beikost bis zum Ende des ersten Lebensjahres gefüttert werden. Sie enthält alles, was ein gesunder Säugling zur Entwicklung braucht, da sie zu seiner alleinigen Ernährung anstelle oder neben Muttermilch gedacht ist.

In Deutschland gibt es fünf Arten von Säuglingsanfangsnahrungen:

  • auf der Basis von Kuhmilcheiweiß mit Milchzucker als einzigem Kohlenhydrat. Sie heißt Säuglingsmilchnahrung und trägt den Hinweis Pre.
  • auf der Basis von Kuhmilcheiweiß mit weiteren Kohlenhydraten neben Milchzucker. Diese Produkte tragen die Bezeichnung 1.
  • auf der Basis von Ziegenmilch
  • auf der Basis von Sojabohneneiweißisolat.
  • auf der Basis von teilhydrolysiertem (gespaltenem) Eiweiß. Sie trägt die Bezeichnung HA und ist für allergiegefährdete Säuglinge, die nicht gestillt werden, gedacht.

Säuglingsanfangsnahrung kann – muss aber nicht - nach dem 6. Lebensmonat* durch Folgenahrung abgelöst werden.

Folgenahrung stellt den flüssigen Anteil der nach und nach abwechslungsreicheren Kost für Säuglinge dar. Sofern der Eiweißgehalt der Folgenahrung ausschließlich aus Kuhmilcheiweiß besteht, darf sie auch Folgemilch heißen. Auf dem Markt gibt es Folgenahrungen mit der Ziffer 2 oder 3.

Als Beikost bezeichnet man alle Lebensmittel außer Milch, die zur Ernährung von gesunden Säuglingen und Kleinkindern gedacht sind und während der allmählichen Entwöhnung von ausschließlich flüssiger Nahrung und Umstellung auf normale Kost bestimmt sind.

Die Diätverordnung unterteilt die Beikost in zwei Gruppen: die Getreidebeikost und andere Beikost. Die Getreidebeikost unterteilt sich wiederum in

  • Getreideerzeugnisse, z. B. Getreidebrei
  • Getreideerzeugnisse mit einem zugesetzten proteinhaltigen Lebensmittel, z. B. Getreidebrei, der schon Folgemilch oder Folgenahrung enthält
  • Teigwaren, also Nudeln
  • Zwieback oder Kekse

Unter anderer Beikost versteht man alle weiteren Lebensmittel, die den besonderen Ernährungsanforderungen gesunder Säuglinge und Kleinkinder entsprechen, z. B. Obstgläschen, Gemüsegläschen, Getränke und Menüs mit Gemüse, Stärkebeilage und Fleisch.

Weitere Informationen zum Thema Säuglingsernährung:

*) dies gilt für den Regelfall. Wenn Wachstums- und Entwicklungsbedürfnisse des Babys es erforderlich machen, kann Folgenahrung begleitend zu einer abwechslungsreichen Mischkost früher gegeben werden. Für diese Entscheidung soll aber Rücksprache mit Fachkräften für Säuglings- und Kinderpflege, wie Kinderarzt oder Hebamme, genommen werden.

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