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Lebensmittelbetrug


Der Betrug mit Lebensmitteln nimmt zu. Die Bekämpfung von Lebensmittelbetrug ist seit dem Pferdefleischskandal im Jahr 2013 stärker in den Fokus der Behörden und der Öffentlichkeit gerückt. Seitdem wurden durch die EU-Kommission und nationale Behörden der einzelnen Mitgliedsstaaten zahlreiche Maßnahmen durchgeführt, um dem erhöhten Aufkommen von Lebensmittelbetrug zu begegnen.

Unter anderem sind diese Maßnahmen:

  • Gründung eines Food-Fraud-Netzwerks
  • Einführung des Administrative Assistance and Cooperation System (AAC-System) zur Kommunikation und Datenerhebung. Dieses System ist analog dem Schnellwarnsystem für Lebensmittel, die als gesundheitsschädlich bzw. nicht sicher eingestuft wurden, angelegt (Rapid Alert System for Food and Feed, RASFF).
  • Einrichtung von Nationalen Kontaktstellen für Lebensmittelbetrug in jedem Mitgliedsstaat auf Grundlage des Artikels 35 der Verordnung (EG) Nr. 882/2004 (Food Fraud Contact Points, FFCP). In Deutschland wurde das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) als Nationale Kontaktstelle für Lebensmittelbetrug benannt.
  • Für die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern haben die Bundesländer jeweils eine Kontaktstelle implementiert.

Niedersächsische Kontaktstelle Lebensmittelbetrug

Am 04.08.2014 wurde das LAVES als Niedersächsische Kontaktstelle Lebensmittelbetrug benannt und organisatorisch im Dez. 22 - Task Force Verbraucherschutz angesiedelt:

Nds. Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
Task Force Verbraucherschutz
Postfach 39 49
26029 Oldenburg


Aufgaben der Kontaktstellen

Die Aufgabe der Kontaktstellen besteht darin, die Kommunikation zwischen den zuständigen Behörden zu unterstützen und zu koordinieren sowie insbesondere Anträge auf Amtshilfe zu übermitteln und entgegenzunehmen.


Was versteht man unter Lebensmittelbetrug?

Zurzeit ist eine einheitliche rechtliche Definition des Begriffs „Lebensmittelbetrug" in der europäischen Gesetzgebung nicht vorhanden. Es liegt jedoch ein Vorschlag der Arbeitsgruppe Food-Fraud-Network der Europäischen Kommission vor.

„Betrug ist eine vorsätzliche Verletzung der Vorschriften nach Artikel 1 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 882/2004, um einen finanziellen oder wirtschaftlichen Vorteil zu erzielen".


Wie wird betrogen?

Verfälschungen und andere Betrugsformen haben sich in den letzten Jahrzehnten dem Stand der Technik angepasst. Eine Gewinnoptimierung lässt sich durch kleinste Abweichungen bei der Spezifikation eines Lebensmittels mit gleichzeitiger Erhöhung der Absatzmengen erzielen. Da die Absatzmengen auf dem globalisierten Markt deutlich angestiegen sind (500 kg pro Jahr eines Lebensmittels 1950 auf heute 5000 t und mehr[1]) sind durch kleinste Abweichungen bei der Zusammensetzung des Lebensmittels erhebliche Gewinnsteigerungen zu erzielen.

Lebensmittelbetrug erfolgt z. B. durch:

  • bewusste Falschdeklaration
  • Änderung der Zusammensetzung
  • unerlaubte Zusätze
  • Verwendung falscher oder das Weglassen von Angaben auf dem Etikett
  • Ausreizen analytischer Grenzwerte
  • Manipulation von Maßen und Gewichten

Die TOP 10 Produkte, die am meisten der Gefahr des Lebensmittelbetrugs ausgesetzt sind, sind:

1. Olivenöl

2. Fisch

3. Bio-Lebensmittel

4. Milch

5. Getreide

6. Honig und Ahornsirup

7. Kaffee und Tee

8. Gewürze (wie Safran und Chilipulver)

9. Wein

10. Bestimmte Obstsäfte

Diagramm  



Quellen:

[1] ZLR 3/2006 Nöhle, Food Fraud: Lebensmittelbetrug aus naturwissenschaftlicher Sicht



Weiterführende Links:
BfR - Fragen und Antworten zu Lebensmittelbetrug und Authentizitätsprüfung


European Commission - Food Fraud

EUROPOL counterfeit goods



Artikel-Informationen

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