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Chrom (VI) in Leder - ein gesundheitliches Risiko?

Im Rahmen eines Schwerpunktprojektes wurden unterschiedliche Ledererzeugnisse für den Körperkontakt auf Ihren Gehalt an Chrom (VI) untersucht. Außerdem sind etwa 10 % des Probenaufkommens als Verfolgs-, bzw. Verdachtsproben zur Untersuchung beim LAVES Institut für Bedarfsgegenstände eingegangen.


Gesundheitliches Risiko durch Chrom (VI)

Etwa 80 % der Leder sind Chrom (III) gegerbt. Das Chrom (III) wird als gesundheitlich unbedenklich eingestuft. Durch eine unsachgemäße bzw. unzureichende Technologieführung kann es, zum Beispiel während der Gerbung, zur Bildung von Chrom (VI)-Verbindungen kommen. Chrom (VI) wird für die Ausbildung von Allergien verantwortlich gemacht. Je Konzentration und Art des Kontaktes können Chrom (VI)-Verbindungen auch zu weiteren Gesundheitsschäden führen.

Seit dem 01. Mai 2015 existieren europaeinheitliche Regelungen zu Chrom (VI) die im Rahmen der Reach-VO Anhang XVII umgesetzt wurden. Ledererzeugnisse die mit der Haut in Berührung kommen, dürfen nicht in den Verkehr gebracht werden, wenn sie einen Chrom (VI) Gehalt von 3 mg/kg (0,0003 Gewichtsprozent) oder mehr des gesamten Trockengewichtes des Leders aufweisen. Die quantitative Bestimmung erfolgt gemäß der in der -VO genannten Methoden ISO EN 17075 bzw. der Amtlichen Methode BVL B 82.02-11.


Untersuchungsergebnisse des LAVES

Im Jahr 2017 wurden 41 Proben zur Untersuchung eingereicht. Dabei handelte es sich um 22 Schuhe/Sandalen, 2 Gürtel, 15 Paar Handschuhe und 2 x Ledermaterial für die direkte Verarbeitung.


Grafik 1: Verteilung Probenart

Grafik 1: Verteilung Probenart  
Verteilung Probenart

Drei Proben - es handelte sich ausschließlich um Handschuhe - wiesen eine deutliche Höchstmengenüberschreitung auf. Davon wurden zwei Proben nach § 30 LFGB bewertet, da aufgrund der nachgewiesenen Konzentration und des möglichen Überganges auf die Haut die Gefahr einer Gesundheitsschädigung gesehen wird. In § 30 LFGB heißt es: „Es ist verboten Bedarfsgegenstände für andere derart herzustellen oder zu behandeln, dass sie bei bestimmungsgemäßem oder vorauszusehenden Gebrauch geeignet sind die Gesundheit durch ihre stoffliche Zusammensetzung insbesondere durch toxikologisch wirksame Stoffe oder durch Verunreinigungen zu schädigen."

Voraussetzung für diese Bewertung ist eine Expositionsabschätzung unter Berücksichtigung der nachgewiesenen Konzentration und eines möglichen Überganges an Chrom (VI) auf den menschlichen Körper. Hierzu wird die toxikologische Beurteilung des Bundesinstituts für Risikobewertung und soweit vorhanden weitere Daten zur Expositionsabschätzung herangezogen.

Für eine sachgerechte Bewertung besteht auch zukünftig Bedarf an dermatologischen Studien über das Wirkungspotential von Chrom (VI) bei Bedarfsgegenständen aus Leder.


Beanstandet wurden:

  • Westernhandschuhe mit 27,7 mg/kg Chrom (VI)
  • Handschuhe mit 9,3 mg/kg Chrom (VI) aus hell-, und 15,9 mg/kg Chrom (VI) im dunkelbraunem Leder
  • Handschuhe mit 52,2 mg/kg aus 2-farbigem Leder. Diese Probe hatte ein Textilfutter innseitig. Trotzdem ist unter Schweißeinwirkung bei dieser hohen Konzentration an Chrom (VI) auch ein Übergang auf die Haut nicht auszuschließen.



Handschuhe aus Leder  
Handschuhe

Abbildung 1: beanstandete Handschuhe



Im Jahr 2017 betrug die Beanstandungsquote für Chrom (VI) 7,3 %, dies ist nachfolgend grafisch dargestellt:

Probenanzahl  
Probenanzahl

Grafik 2: Beanstandungsquote 2017



Die im Jahr 2017 untersuchten 22 Paar Schuhe/Sandalen waren nicht zu bemängeln, da keine Höchstmengenüberschreitung von 3 mg/kg gemessen wurde. Diese Ergebnisse weisen Parallelen zu den Untersuchungen aus dem Jahr 2015 bei Kindersandalen siehe "Allergen Chrom (VI) in Kindersandalen?" auf.

Bei zukünftigen Schwerpunktprojekten sollen auch Lederkleinteile wie Lederarmbänder und Lederspielzeug berücksichtigt werden. Neben Chrom (VI) gibt es bei der Lederbehandlung auch Stoffgruppen die als allergieauslösend bekannt sind bzw. deren Wirkung in der wissenschaftlichen Literatur entsprechend diskutiert wird. Dazu gehören Dimethylfumarat, Aldehyde und Thiazole. Bei Verbraucherbeschwerden wird Leder im begründeten Verdacht auch auf diese Substanzen geprüft.

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