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Elektrofischerei

Bei der Anwendung der Elektrofischerei wird elektrischer Strom zum Fang von Fischen eingesetzt. Da mit dieser Fangmethode Fische unter bestimmten Voraussetzungen relativ leicht zu fangen sind, bei nicht fachgerechter Anwendung darüber hinaus ein Gefahrenpotential sowohl für die Fische als auch für die mit dem Fang betrauten Personen besteht, wird die Elektrofischerei in Deutschland nicht als Regelfischerei sondern als Sonderfischerei angesehen. Dementsprechend ist die Ausübung der Elektrofischerei in allen Bundesländern zum Schutz von Fisch und Mensch übereinstimmend verboten oder stark eingeschränkt.

In Niedersachsen darf die Elektrofischerei nach § 44 des Niedersächsischen Fischereigesetzes nur zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Gewässern und zu wissenschaftlichen Zwecken durchgeführt werden. Dabei ist der Einsatz der Elektrofischerei genehmigungspflichtig. Das Genehmigungsverfahren wird durch die §§ 10 und 11 der Binnenfischereiordnung geregelt.

Neben dem Nachweis über eine ausreichende Haftpflichtversicherung und dem Nachweis, dass das einzusetzende Fischfanggerät den anerkannten Regeln der Technik entspricht, muss der Antragsteller/die Antragstellerin oder der/die von ihm Beauftragte über die erforderliche Qualifikation zur Elektrofischerei verfügen, d.h. der Elektrofischer muss Inhaber eines Bedienungsscheines für Elektrofischereianlagen sein. Ein solcher "Elektrofischereischein" kann bei verschiedenen Institutionen in der Bundesrepublik Deutschland in einem mehrtägigen Lehrgang erworben werden. Auch Niedersachsen führt i. d. R. jährlich einen solchen Elektrofischerlehrgang durch.

Im Folgenden wird auf einige Einzelfragen der Elektrofischerei besonders hinsichtlich der gesetzlichen Grundlagen, des Genehmigungsverfahrens und des Erwerbs des Bedienungsscheines näher eingegangen.

Gesetzliche Grundlagen

Die gesetzlichen Grundlagen über die Anwendung der Elektrofischerei sind in den Fischereigesetzen der Länder und den dazugehörigen Verordnungen enthalten. Übereinstimmend wird die Elektrofischerei als verbotene oder stark eingeschränkte Fangmethode gesehen. Die Anwendung dieser Fangmethode ist nur in begründeten Fällen mit einer Genehmigung möglich.

In Niedersachsen befasst sich § 44 des Fischereigesetzes mit verbotenen Fangmethoden. Im Absatz 3 dieses Paragraphen wird auf die Verwendung von elektrischem Strom zum Fischfang eingegangen:

§ 44 (3) NdsFischG

Die Verwendung von elektrischem Strom zum Fischfang ist nur mit zugelassenen Geräten und nur soweit zulässig, als sie zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Gewässer oder für wissenschaftliche Untersuchungen erforderlich ist. Der zuständige Minister wird ermächtigt durch Verordnung das Nähere zu regeln. In der Verordnung kann die Verwendung elektrischen Stroms zum Fischfang von einer Genehmigung abhängig gemacht und als Voraussetzung der Genehmigung die Teinahme an Lehrgängen und eine ausreichende Haftpflichtversicherung vorgeschrieben werden.

Die Genehmigung zur Verwendung von elektrischem Strom wird in den §§ 10 und 11 der Binnenfischereiordnung geregelt:

§ 10 Binnenfischereiordnung

(1) In einem Binnengewässer darf ein Elektrofischereigerät nur mit Genehmigung des Fischereikundlichen Dienstes benutzt werden. Die Genehmigung darf nur erteilt werden, wenn die Elektrofischerei zur nachhaltigen Bewirtschaftung eines Gewässers oder für wissenschaftliche Untersuchungen erforderlich ist und

  1. der Antragsteller oder von ihm Beauftragte die erforderliche Ausbildung besitzt,
  2. der Antragsteller eine ausreichende Haftpflichtversicherung (500 000 € für Personenschaden, 50 000 € für Sachschaden) nachweist,
  3. ein Gerät benutzt werden soll, das den anerkannten Regeln der Technik entspricht.

(2) Die Ausbildung ist durch die erfolgreiche Teilnahme an einem Lehrgang für Elektrofischerei in der Bundesrepublik Deutschland nachzuweisen. Ein nicht von einer staatlichen Stelle angebotener Lehrgang muss vom Fischereikundlichen Dienst als geeignet anerkannt sein. Der Fischereikundliche Dienst kann zulassen, dass Personen, die auf Grund ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen besitzen, die Elektrofischerei ohne Nachweise eines Lehrgangs durchführen dürfen.

(3) Die Eignung des zu verwendenden Gerätes ist durch eine Bescheinigung des Technischen Überwachungsvereins, der Elektroberatung Bayern GmbH oder einer Prüfstelle des Verbandes Deutscher Elektroniker nachzuweisen, die nicht älter als drei Jahre sein darf.

(4) Die Genehmigung ist für ein bestimmtes Gerät und für ein bestimmtes Gewässer auszustellen und auf höchstens ein Jahr zu befristen. Sie ist bei jeder Benutzung des Gerätes mitzuführen.

§ 11 Binnenfischereiordnung

(1) Ohne Genehmigung nach § 10 Abs. 1 dürfen staatliche Stellen, Einrichtungen der Landwirtschaftskammern und der Max-Planck-Gesellschaft die Elektrofischerei für wissenschaftliche Untersuchungen betreiben. Mit der Durchführung dürfen nur Personen betraut werden, die die Voraussetzungen des § 10 Abs. 2 erfüllen oder die auf Grund ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen besitzen.

(2) Untersuchungen nach Absatz 1 sind dem Fischereikundlichen Dienst spätestens einen Monat vor ihrem Beginn schriftlich anzuzeigen. Dabei ist anzugeben:

  1. Beginn und voraussichtliche Dauer der Untersuchung
  2. der Untersuchungszweck, Name und Ordnung des zu befischenden Gewässers sowie Länge der zu befischenden Strecken,
  3. Name und Eignung der betrauten Person.

Antrag auf eine Elektrofischereigenehmigung

Der Antrag auf eine Elektrofischereigenehmigung ist beim Fischereikundlichen Dienst des Landes Niedersachsen entsprechend den §§ 10 und 11 der Binnenfischereiordnung auf dem Postweg zu stellen.

Die Postanschrift lautet:

LAVES, Dezernat Binnenfischerei, Eintrachtweg 19, 30173 Hannover

Für den Bereich der ehemaligen Regierungsbezirke sind im einzelnen zuständig:

Bezirk

Bearbeiter Telefon
Hannover Fischereidirektor M. Kämmereit

0511 - 28897- 929

Braunschweig Fischereioberrat Dr. H.-H. Arzbach 0511 - 28897- 908
Lüneburg Fischereirat L. Meyer 0511 - 28897- 906
Weser-Ems Fischereioberrätin C. Lecour 0511 - 28897- 901

Der formlose Antrag sollte deutlich machen, dass die Elektrofischerei zur nachhaltigen Bewirtschaftung des Gewässers oder für wissenschaftliche Untersuchungen erforderlich ist. Neben dem Untersuchungszweck sollte der Antrag den Namen des zu befischenden Gewässers sowie Angaben zu den Befischungsstrecken und zur Befischungszeit enthalten. Zusätzlich sollten mit dem Antrag folgende Nachweise erbracht werden:

  1. über die erforderliche Ausbildung der Elektrofischerei oder des Elektrofischers (Kopie des Bedienungsscheines).
  2. über eine ausreichende Haftpflichtversicherung, die die Elektrofischerei ausdrücklich mit einschließt (Personenschaden 500 000 €, Sachschaden 50 000 €)
  3. sowie darüber, dass das zu verwendende Gerät den anerkannten Regeln der Technik entspricht (i. d. R. TÜV-Bescheinigung nicht älter als 3 Jahre).

Nähere Erläuterungen bzw. Ausnahmeregelungen sind den §§ 10 und 11 der Binnenfischereiordnung zu entnehmen. Die Gebühr für die Erteilung einer Genehmigung beträgt zurzeit 50,00 €.

Sollte es beabsichtigt sein, ganzjährig geschützte Fischarten, untermaßige Fische oder Fische während der Artenschonzeit zu fangen, so muss dies ebenfalls (im selben Antrag) beantragt werden, da hierzu eine weitere Genehmigung nach § 6 der Binnenfischereiordnung erteilt werden muss.

Elektrofischerei in der Luhe

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