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Informationen zum Betrieb einer tierärztlichen Hausapotheke für Tierärzte und zur Arzneimitteldokumentation für Nutztierhalter

Tierarzneimittel dürfen nur von der Apotheke oder vom Tierarzt an den Tierhalter abgegeben werden. Der Tierarzt darf allerdings Arzneimittel nur für die von ihm behandelten Tiere abgeben und muss zuvor den Betrieb einer tierärztlichen Hausapotheke beim LAVES angezeigt haben.

Was bei der Anzeige einer tierärztlichen Hausapotheke zu beachten ist, listet das "Merkblatt zur Anzeige über die Einrichtung und den Betrieb einer tierärztlichen Hausapotheke gemäß § 67 des Arzneimittelgesetzes (AMG)" auf. Das notwendige Formular für die Anzeige einer tierärztlichen Hausapotheke finden Sie auf dieser Seite, ebenso einen speziellen Vordruck mit dem "nur" Änderungen im Zusammenhang mit der tierärztlichen Hausapotheke angezeigt werden.

An den Betrieb einer tierärztlichen Hausapotheke sind strenge Auflagen geknüpft, die in der Verordnung über tierärztliche Hausapotheken festgelegt sind. Diese Verordnung wurde zum 31.12.2006 neu gefasst und letztmalig im Juli 2009 geändert. Ihre wesentlichen Regelungen sind in dem "Merkblatt für den ordnungsgemäßen Betrieb der tierärztliche Hausapotheke" zusammengefasst, das auf dieser Seite heruntergeladen werden kann. Neben den Vorschriften über die Räumlichkeiten sind die Nachweispflichten des Tierarztes von zentraler Bedeutung. Für jede Abgabe bzw. Anwendung eines Arzneimittels bei einem Tier, das für die Lebensmittelgewinnung bestimmt ist, ist ein Nachweis für den Tierhalter ("alter" Arzneimittelanwendungs- und Abgabebeleg) zu erstellen. Unter dem Titel "neuer Nachweis für den Tierhalter - alter Arzneimittelanwendungs- und Abgabebeleg" wird dargestellt, welche Änderungen sich aus der aktuellen Rechtsänderung ergeben haben. Dieser Nachweis muss dem Tierhalter weiterhin unverzüglich, d. h. zugleich mit dem Arzneimittel ausgehändigt werden. Eine elektronische Übermittlung ist auch möglich, allerdings werden daran hohe Anforderungen geknüpft (u. a. elektronische Signatur).

Ergänzende Hinweise für den Betrieb einer tierärztlichen Hausapotheke durch angestellte Tierärzte finden Sie im "Merkblatt über die Besonderheiten für den Betrieb einer tierärztlichen Hausapotheke durch angestellte Tierärzte".

Grundsätzlich darf der Tierarzt Arzneimittel nur gemäß Zulassungsbedingungen einsetzen. Welche Möglichkeiten im Therapienotstand bestehen, beschreibt das "Merkblatt Umwidmung von Arzneimitteln im Therapienotstand", das ebenfalls auf dieser Seite zur Verfügung steht. Für das Verbringen von Tierarzneimitteln aus EU-Mitgliedstaaten im "Therapienotstand" ist eine Anzeige beim LAVES notwendig. Ein Formular für dies Anzeige finden Sie ebenfalls auf dieser Seite.

Halter von Tieren, die der Lebensmittelgewinnung dienen, müssen ebenfalls strenge Regeln bei der Anwendung von Arzneimittel bei ihren Tieren beachten. Sie dürfen z. B. die Arzneimittel nur so anwenden, wie es der Nachweis des Tierarztes ("alter" Arzneimittelanwendungs- und Abgabebeleg) vorsieht.

Zum 25.07.2015 ist die Tierhalter-Arzneimittelanwendungs- und Nachweisverordnung in Kraft getreten. Diese Verordnung hat die "Tierhalter-Arzneimittel-Nachweisverordnung" aus dem Jahr 2006 abgelöst. Halter von Tieren, die der Lebensmittelgewinnung dienen, sind durch die neue Verordnung weiterhin verpflichtet, den Arzneimitteleinsatz in ihrem Tierbestand zu dokumentieren. Die inhaltlichen Vorgaben der alten "Tierhalter-Arzneimittel-Nachweisverordnung" sind überwiegend erhalten geblieben. In der neuen Verordnung werden nun auch Halter von Tieren in Tierheimen oder ähnlichen Einrichtungen, sowie gewerbsmäßige Halter und Züchter von nicht der Gewinnung von Lebensmitteln dienenden Wirbeltieren verpflichtet über den Erwerb verschreibungspflichtiger Arzneimittel Nachweise zu führen. Weiterhin stellt die Verordnung zusätzliche Anforderungen an die orale Anwendung von bestimmten Arzneimitteln bei Tieren, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen. Tierhalter von lebensmittelliefernden Tieren dürfen demnach Fertigarzneimittel, die antimikrobielle Stoffe enthalten und die zur oralen Anwendung über das Futter oder das Wasser bestimmt sind, nur anwenden, wenn die Einrichtungen zur Dosierung und Anwendungen dieser Arzneimittel dem jeweiligen Stand der Technik entsprechen. Die Dosiergeräte müssen dabei so nah wie möglich vor der zu behandelnden Tiergruppe installiert sein. Zudem hat der Tierhalter durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass die Arzneimittel nur bei den zu behandelnden Tieren angewendet werden und nach Beendigung der Anwendung der Arzneimittel muss eine Reinigung der verwendeten Anlagen erfolgen. Die kommunalen Veterinärbehörden überprüfen die Dokumentation der Arzneimittelanwendung im Tierbestand und kontrollieren so den ordnungsgemäßen Einsatz der Arzneimittel. Allerdings ist diese Dokumentation für den Tierhalter selbst auch von großer Bedeutung; nur durch eine sorgfältige Dokumentation seiner Arzneimittelanwendung kann er die Einhaltung der Wartezeit vor der Schlachtung oder der Abgabe von tierischen Produkten (z. B. Milch) sicherstellen. Der Tierhalter kann sofort in seiner Dokumentation erkennen, wann ein Tier zum letzten Mal behandelt wurde und ob die festgelegte Wartezeit schon abgelaufen ist.

Das ABC der Arzneimittelsoll häufig gebrauchte Begriffe im Zusammenhang mit Arzneimitteln erläutern.

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