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Herkunftsbestimmung bei Pistazien

In einem Untersuchungsprogramm wurden im Lebensmittelinstitut Oldenburg bei zwei Pistazienproben falsche Herkunftsangaben festgestellt. Mit Hilfe der Stabilisotopenanalyse ist es möglich, die Herkünfte Iran, USA und Türkei zu unterscheiden.

Pistazien werden als Zutaten zu zusammengesetzten Lebensmitteln (z. B. Mortadella, Speiseeis, Süßwaren, Käse) verwendet oder -geröstet und gesalzen- als Knabberei verkauft. Hauptanbaugebiete sind der Iran, die Türkei und die USA. Nach Angaben des Warenvereins der Hamburger Börse werden in Deutschland jährlich ca. 21000 Tonnen Pistazien eingeführt. Etwa 2/3 der Menge wird reexportiert.

Pistazien können erhebliche Gehalte an Aflatoxinen aufweisen. Aflatoxine sind gefährliche Gifte (Mykotoxine), die von Schimmelpilzen erzeugt werden. Insbesondere Pistazien aus dem Iran und der Türkei fallen immer wieder durch sehr hohe Aflatoxingehalte auf. Der Import von iranischen und türkischen Pistazien unterliegt daher besonderen Vorschriften. Für den Import vorgesehene Partien müssen vor der Einfuhr beprobt und auf Aflatoxine untersucht werden. Die Kosten trägt der Importeur. Belastete Ware wird zurückgewiesen. Um verhindern zu können, dass Ware umdeklariert (mit falscher Herkunftsangabe) ohne die vorgeschriebenen Unter-suchungen importiert wird, war es mit der Einführung der Importbeschränkungen notwendig, eine Methode zu finden, die es erlaubt, die Herkunft von Pistazien bestimmen zu können. Solch eine Methode steht seit dem Jahr 2006 zur Verfügung. Sie wurde im Rahmen einer Dissertation an der Technischen Universität Berlin erarbeitet.

Das Untersuchungsprogramm sollte den aktuellen Status der Pistazienqualität überprüfen.

Kohlenstoff- und Stickstoff-Isotopenverhältnisse

Abbildung 1: Kohlenstoff- und Stickstoff-Isotopenverhältnisse bei Pistazien

Begleitend zu den Untersuchungen auf Aflatoxine im Lebensmittelinstitut Braunschweig wurden am Lebensmittelinstitut Oldenburg mit Hilfe der im Jahr 2006 publizierten Methode Pistazien auf ihre Herkunft untersucht. Es standen 21 Proben zur Verfügung. Bei 8 Proben fehlte die Herkunftsangabe. Aus dem Institut für Hygiene und Umwelt der Hansestadt Hamburg wurden zusätzlich 10 Referenzproben erhalten.

Eine Pistazienprobe sollte nach den Begleitunterlagen aus Argentinien stammen. Das konnte den FAO-Agrarstatistiken zufolge jedoch nur ein Irrtum sein. Tatsächlich passte die Probe nach ihren Isotopenwerten zu den iranischen Pistazien. Bei einer weiteren Probe war als Herkunft "USA" deklariert. Diese Probe konnte nach ihren Isotopenwerten nicht aus den USA stammen. Die Werte legten die Herkunft Iran nahe. Damit wurde ein bereits im Lebensmittelinstitut Braunschweig entstandener Verdacht aufgrund der Form der Pistazien bestätigt.

Von den Proben mit fehlender Herkunftsangabe konnten 2 dem Iran und 6 den USA zugeordnet werden.

Kohlenstoff- und Sauerstoff-Isotopenverhältnisse

Abbildung 2: Kohlenstoff- und Sauerstoff-Isotopenverhältnisse

Die Unterscheidung der Herkünfte ist über die Kohlenstoff- und die Stickstoff-Isotopenverhältnisse (Abb. 1) möglich. Zur Absicherung des Befundes eignen sich die Sauerstoff-Isotopenverhältnisse (Abb. 2).

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Weiterführende Links:

FAO-Statistiken:

http://faostat.fao.org/

Mykotoxine:

http://www.laves.niedersachsen.de/master/C38201511_N1245_L20_D0_I826.html

Pistazie:

http://de.wikipedia.org/wiki/Pistazie

Stabilisotopenanalyse:

Grundlagen 1: http://www.laves.niedersachsen.de/master/C4477709_N4270905_L20_D0_I826.html
Grundlagen 2: http://www.laves.niedersachsen.de/master/C3522168_N4270905_L20_D0_I826.html

Transportinformations-
service:

http://www.tis-gdv.de/tis/ware/nuesse/pistazie/pistazie.htm

Untersuchungsmethode:

Anke Heier (Nachweis der geographischen Herkunft von Pistazien anhand der Stabilisotopenverhältnisse): http://opus.kobv.de/tuberlin/volltexte/2006/1410/

Warenverein der Hamburger Börse:

http://www.warenverein.com/index.afp

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