chisDie Werte der radioaktiven Belastung bei Wildpilzen sind weiter rückläufig. Im Lebensmittelinstitut Braunschweig des LAVES liegen für das Jahr 2009 die Messergebnisse des Gehaltes an Cäsium-137 (Cs-137) bei 55 Wildpilzproben aus Niedersachsen vor. Die diesjährigen Ergebnisse bestätigen den Trend der letzten Jahre: Sämtliche Proben liegen deutlich unterhalb des bestehenden EU-Grenzwertes. Die Pilze, die jährlich aus niedersächsischen Forstämtern angefordert werden, gelten als verlässliche Bioindikatoren für Umweltbelastungen.
Im Lebensmittelinstitut Braunschweig werden seit 1986 jährlich essbare Wildpilze auf ihre radioaktive Belastung untersucht. Die Untersuchungen sind Teil des landesweiten "Sonderprogramms Wildpilze", welches das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung (ehemals Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten) in Folge des Reaktorunfalls von Tschernobyl eingerichtet hat.
Die radioaktive Belastung der essbaren Wildpilze kann regional stark variieren, da sie von den Bodenverhältnissen und der dem Boden zugeführten Menge des radioaktiven Fallout/Washout, der Art des Bodens und der darauf wachsenden Pilzart abhängt.
Eine Überschreitung des gesetzlichen Grenzwertes von 600 Becquerel je Kilogramm (Bq/kg) ist seit einigen Jahren für Niedersachsen nicht mehr festgestellt worden. Die Spanne reicht von knapp 3 Bq/kg Cs-137 im nordwestlichen bis ca. 200 Bq/kg im südöstlichen Niedersachsen. Wildpilze sind stärker belastet als Ackerpflanzen, in denen Cs-137 allenfalls im Bereich der Nachweisgrenze von 0,2 Bq/kg Cs-137 gemessen wird. Die Ursache liegt in der Mobilität des Cäsiums im humusreichen Waldboden, dem die Tonminerale fehlen. Tonminerale, wie sie auf Ackerflächen reichlich vorhanden sind, binden das Cäsium und unterbrechen damit den Belastungskreislauf.