LAVES klar

Rückstände von perfluorierten Tensiden in Fischen aus Niedersächsischen Flüssen

Perfluorierte Tenside, kurz PFT, sind Verbindungen, die in vielen industriellen Produkten zu finden sind. Als Stoffe, welche die Oberflächenspannung herabsetzen, sind sie z.B. in Teflonbeschichtungen von Bratpfannen sowie in der Imprägnierung von Textilien zu finden. Die wichtigsten Vertreter dieser Verbindungsklasse sind Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) und Perfluoroctansulfonsäure (PFOA). Beide Stoffe zeigten im Tierversuch lebertoxische, krebserregende und reproduktionstoxische Eigenschaften. Die Produktion und die Anwendung dieser Verbindungen wurden weitestgehend eingestellt. Ein Grenzwert existiert für diese Verbindungen derzeit nicht. In einer Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) vom 27. Juli 2006 wird für einen Menschen mit einem Körpergewicht von 60 kg und einem täglichen Fischkonsum von 300 g eine PFOS-Belastung von bis zu 20 µg/kg als tolerabel erachtet.

Aufgrund früherer positiver Befunde von PFOS in Flussfischen wurden auch 2008 insgesamt 52 Fische (Muskel von Aalen und Brassen) auf perfluorierte Tenside untersucht. Die Fische stammten aus der Ems bei Terborg, aus der Weser bei Farge und aus der Elbe bei Hohnstorf.

PFOS-Rückstände waren mit Ausnahme von zwei Aalen aus der Weser bei Farge in jeder Probe nachweisbar. Die festgestellten Werte lagen in einem Bereich zwischen 3 und 51 µg/kg. Im Gegensatz zu PFOS wurde PFOA in keiner einzigen Probe nachgewiesen. Der Median der festgestellten PFOS-Konzentrationen betrug 14 µg/kg.

In 2007 wurden insgesamt 62 Flussfische aus Niedersachsen untersucht. In 45 die Proben wurden Rückstände von perfluorierten Tensiden gefunden. In zwanzig dieser Untersuchungen wurden PFOS-Gehalte oberhalb von 20 µg/kg festegestellt. Der Maximalwert von 127 µg/kg wurde damals im Muskelgewebe einer Brasse aus der Elbe nachgewiesen. Der Vergleich mit den aktuellen Ergebnissen könnte ein erstes Indiz für einen rückläufigen Trend in diesem Bereich sein.

Darüber hinaus wurden am Institut für Fische und Fischereierzeugnisse des LAVES auch Fische aus Niedersächsischen Aquakulturen auf diese Substanzen untersucht. Insgesamt wurden in den vergangenen drei Jahren 128 Proben aus Niedersächsischen Betrieben auf Rückstände von PFOS und PFOA untersucht. Erfreuliches Resultat: Bis auf zwei Proben, in denen lediglich marginale Mengen PFOS nachweisbar waren, wurden in keiner weiteren Probe Rückstände dieser Substanzen festgestellt.

Ergebnisse  
Ergebnisse 2008
Brasse

Brasse

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