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Sommer, Sonne – Sonnenbrand?

Aktuelle Untersuchungsergebnisse des LAVES, Kennzeichnung von Sonnenschutzprodukten und Tipps zum richtigen Verhalten in der Sonne


Der Ausflug zum See oder ins Schwimmbad steht häufig nach Schul- oder Arbeitsschluss und am Wochenende an. Und wem das Wetter hierzulande zu schlecht ist, der fährt auch gerne mal in den sonnigen Süden. Bei langen Aufenthalten in der Sonne sollte man nicht vergessen, sich ausreichend zu schützen. Hierzu zählt natürlich die Verwendung geeigneter Sonnenschutzprodukte.


Das Institut für Bedarfsgegenstände Lüneburg des LAVES erläutert spezielle Kennzeichnungselemente für Sonnenschutzmittel, gibt Tipps zum richtigen Verhalten in der Sonne, sowie zur Anwendung von Sonnenschutzprodukten und stellt Untersuchungsergebnisse sowie aktuelle Untersuchungen dar.




Pflichtangabe auf Sonnenschutzmitteln

Die Kennzeichnung von Sonnenschutzprodukten ist in einer Empfehlung der Europäischen Kommission (2006) beschrieben. In dieser sind unter anderem Kennzeichnungselemente zu der Produktkategorie, den Lichtschutzfaktoren sowie zur Angabe von Anwendungsempfehlungen enthalten.

Die Angabe des Lichtschutzfaktors bezieht sich auf die Schutzwirkung gegen UV-B-Strahlung (Hoher LSF = hohe Schutzwirkung; niedriger LSF = geringer Schutz).

Produktkategorie

Lichtschutzfaktor (LSF)

"niedriges Schutzniveau"

6, 10

"mittleres Schutzniveau"

15, 20, 25

"hohes Schutzniveau"

30, 50

"sehr hohes Schutzniveau"

50+



UVA-Label
UVA-Label
  • UV-B-Strahlung (280-315 Nanometer): Ruft Sonnenbrand hervor und begünstigt die Entstehung von Hautkrebs.
  • UV-A-Strahlung (315-380 Nanometer): Lässt die Haut altern und trägt auch zur Entstehung von Hautkrebs bei.

Die Empfehlung fordert, dass der UV-A-Lichtschutzfaktor der Sonnenschutzmittel mindestens ein Drittel des UV-B-Schutzes beträgt.

In diesem Fall darf auf dem Produkt das Label des empfohlenen Mindestschutzfaktors gegen UV-A-Strahlen angebracht sein.

Des Weiteren sind die folgenden Anwendungsempfehlungen auf den Behältnissen anzugeben:

  • intensive Mittagssonne vermeiden
  • vor dem Sonnen auftragen
  • mehrfach auftragen, um den Lichtschutz aufrechtzuerhalten
  • Sonnenschutzmittel großzügig auftragen (geringe Mengen reduzieren die Schutzleistung)
  • Babys und Kleinkinder vor direkter Sonneneinstrahlung schützen
  • für Babys und Kleinkinder schützende Kleidung und Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF > 25) verwenden
  • auch Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor bieten keinen vollständigen Schutz vor UV-Strahlung

Was der Verbraucher zusätzlich beachten sollte

  • In der Mittagssonne (höchste Strahlenbelastung) nicht übermäßig in der Sonne aufhalten.
  • Zusätzlicher Schutz durch UV-dichte Kleidung, Hüte und Sonnenbrillen erzielen.
  • Sonnenschutzmittel mit ausreichendem UV-Schutz anwenden (UV-A-Siegel und dem Hauttyp entsprechender Lichtschutzfaktor).
  • Um den angegebenen Lichtschutzfaktor zu erreichen, muss auf dem Körper eines Erwachsenen etwa 36 Gramm (6 Teelöffel) Sonnencreme aufgetragen werden. Nach dem Schwimmen oder Abtrocknen muss diese Menge erneut verwendet werden.
  • Sonnenschutzmittel, die zugleich auch vor Insekten schützen sollen, scheinen auf den ersten Blick eine praktische Wahl zu sein. Diese Kombinationsprodukte aus Sonnenschutzmitteln und Repellentienwirkstoffen werden aufgrund der gegensätzlichen Wirkungen und Anwendungsbedingungen jedoch kritisch eingeschätzt. Sonnenschutzmittel müssen in ausreichender Menge aufgetragen werden, um den entsprechenden UV-Schutz zu erzielen und sollten zudem mehrfach angewendet werden, um diesen Schutz aufrecht zu erhalten. Die in Repellentien zum Schutz vor Insekten verwendeten, bioziden Wirkstoffe, sollten dagegen in möglichst geringen Mengen angewendet werden.


Untersuchungsergebnisse des LAVES

Im Jahr 2018 hat das Institut für Bedarfsgegenstände (IfB) Lüneburg des LAVES 27 Sonnenschutzprodukte von 15 verschiedenen Herstellern untersucht. Die stoffliche Zusammensetzung, Kennzeichnung sowie spezielle Auslobungen standen im Mittelpunkt der Beurteilung. Lediglich eine Probe musste wegen einer nicht lesbaren Chargenkennung beanstandet werden. Alle weiteren Proben wiesen erfreulicherweise keinerlei Mängel auf.


Im Jahr 2016 hat das Institut 91 Sonnenschutzmittel untersucht. Auch hier wurde die Zusammensetzung der Produkte sowie die Einhaltung der Kennzeichnungsvorschriften kontrolliert. Bei keiner der 91 untersuchten Proben wurden Mängel festgestellt.


Im Jahr 2015 wurden im Rahmen einer Schwerpunktuntersuchung Sonnenschutzmittel aus Apotheken untersucht: 20 Proben von 5 unterschiedlichen Herstellern. Die Untersuchungen ergaben keine Mängel bezüglich der UV-Filter sowie der ausgelobten Wirkstoffe. Allerdings wurden bei zwei Erzeugnissen Kennzeichnungsmängel festgestellt.


Im Jahr 2014 wurden Sonnenschutzmittel aus Sonderposten und 1-Euro-Läden untersucht. Bei diesen insgesamt 23 Proben handelte es sich um 19 verschiedene Erzeugnisse von 10 unterschiedlichen Herstellern. Die durchgeführten Untersuchungen ergaben keine Mängel bezüglich der UV-Filter sowie der speziell ausgelobten Wirkstoffe (beispielsweise Vitamine). Jedoch wurden bei vier Erzeugnissen Kennzeichnungsmängel festgestellt: Ein kosmetisches Mittel, das sowohl dem Sonnen‑ als auch dem Insektenschutz dienen soll, wies erhebliche Kennzeichnungsmängel auf (zum Beispiel fehlende Liste der Bestandteile, keine Angabe von Warnhinweisen).

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