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Farbe für sein Team bekennen - Fanschminken zur Fußball-WM

WM, EM, Olympische Spiele - da heißt es: Farbe für sein Team bekennen! Um das tun zu können, sind zurzeit bunte Fanschminken im Umlauf – hierzulande natürlich meistens in den Farben schwarz, rot und gold bzw. gelb. Die Schminken sind oft schon als 3-farbige Schminkstifte erhältlich, sodass in Windeseile eine Flagge auf die Wange gemalt werden kann. Natürlich auch beim Sitznachbarn: Begeisterung ist ja bekanntlich ansteckend…. Und schließlich gehört die richtige Bemalung zur Fanausstattung genauso dazu wie Trikots und Fahnen.


"Worauf muss ich vor dem Schminken achten?"
Tipps bei der Verwendung von Fanschminke

  • Die Warnhinweise des Herstellers sollten auf jeden Fall gelesen und beachtet werden.
  • Die Schminke sollte nicht in Augennähe oder auf den Schleimhäuten angewendet werden.
  • Bevor Schminke im Gesicht verwendet wird, sollten besonders Kinder und Allergiker die Verträglichkeit der Schminke testen, indem sie z. B. die Schminke auf dem Arm auftragen. Fängt die bemalte Stelle an zu jucken oder rötet sie sich, sollte die Schminke nicht angewendet werden.
  • Um die meist sehr fetthaltigen Farben besser abschminken zu können, sollte als Grundierung eine fetthaltige Creme aufgetragen werden.
  • Nach dem Abschminken mit Wasser und Seife (bei wasserlöslicher Schminke) oder mit Abschminklotion (bei fetthaltiger Schminke) sollte ebenfalls wieder eine reichhaltige Creme aufgetragen werden, damit sich die Haut erholen kann.
  • Die Schminke aus dem Vorjahr oder von der letzten Weltmeisterschaft sollte auf ihre Haltbarkeit überprüft werden. Als Angabe zur Haltbarkeit befindet sich auf der Verpackung entweder das Mindesthaltbarkeitsdatum oder die Angabe zur Verwendbarkeit nach dem Öffnen (Tiegelsymbol mit einer Monatsangabe).



Rechtliche Grundlagen

Fanschminken zählen zu den kosmetischen Mitteln. Die Einstufung ergibt sich aus der Begriffsbestimmung des Art. 2 Abs. 1 Bstb. a VO (EG) Nr. 1223/2009 (EU-Kosmetik-Verordnung). Demnach sind „kosmetische Mittel: Stoffe oder Gemische, die dazu bestimmt sind, äußerlich mit den Teilen des menschlichen Körpers (Haut, Behaarungssystem, Nägel, Lippen und äußere intime Regionen) oder mit den Zähnen und den Schleimhäuten der Mundhöhle in Berührung zu kommen, und zwar zu dem ausschließlichen oder überwiegenden Zweck, diese zu reinigen, zu parfümieren, ihr Aussehen zu verändern, sie zu schützen, sie in gutem Zustand zu halten oder den Körpergeruch zu beeinflussen“.

Es gelten somit für Fanschminke die Bestimmungen VO (EG) Nr. 1223/2009 und der nationalen Verordnung über kosmetische Mittel mit nationalen Regelungen u.a. zu Anzeigepflichten, Sprache, Kennzeichnung nicht vorverpackter kosmetischer Mittel und Sanktionierung. Durch die genannten Verordnungen werden sowohl die stoffliche Zusammensetzung als auch die Kennzeichnung von kosmetischen Mitteln vorgegeben.


Untersuchungsergebnisse

Auf Grundlage der rechtlichen Vorgaben werden in regelmäßigen Abständen Stichproben der auf dem Markt befindlichen Fanschminken untersucht. Die Untersuchung der chemischen Parameter und der Kennzeichnungselemente findet in Niedersachsen im Institut für Bedarfsgegenstände in Lüneburg statt.

Zuletzt wurden im Jahr 2016 insgesamt 14 Proben Fanschminke im Institut für Bedarfsgegenstände untersucht. Dabei handelte es sich um acht unterschiedliche Produkte von acht verschiedenen Herstellern. Vier der 14 Proben wiesen Kennzeichnungsmängel auf. In einer dieser Proben wurde außerdem ein für den Verwendungszweck nicht zugelassener Farbstoff festgestellt. Des Weiteren wurde veranlasst die vorgeschriebene Notifizierung im Cosmetic Products Notification Portal (CPNP) zu überprüfen, da kein Eintrag zu diesem Erzeugnis gefunden werden konnte.

In den Jahren 2011 und 2012 wurden insgesamt 32 Proben Fanschminke untersucht. Teilweise war festzustellen, dass in 2012 die gleichen Produkte – möglicherweise Restposten – wie im Vorjahr auf dem Markt zu finden waren.

Nach den Erfahrungen aus den Vorjahren lag der Schwerpunkt der Untersuchungen 2011/2012 bei den Farbstoffen. Bei den meisten Produkten konnten hier keine Auffälligkeiten festgestellt werden. Allerdings gab es in 2011 bei drei und in 2012 bei zwei Produkten die rote Karte für einen roten Farbstoff: Dieser konnte in den Proben nachgewiesen werden, seine Verwendung in kosmetischen Mitteln ist jedoch verboten. Bei einer Schminke wurde zudem ein Gehalt an Antimon festgestellt, der über den technisch unvermeidbaren Restmengen lag – auch das ist nicht zulässig. Sonstige Grenzwertüberschreitungen, z. B. von Konservierungsstoffen, konnten bei keinem der untersuchten Erzeugnisse festgestellt werden.

Bei der Kennzeichnung sah es etwas anders aus: Von den verschiedenen Produkten wurden 2011 und 2012 ca. die Hälfte wegen ihrer fehlerhaften Kennzeichnung bemängelt.

Verbraucher sollten bei Schminken auf jeden Fall die Warnhinweise beachten. In diesen wird z. B. oftmals darauf hingewiesen, dass die Produkte nicht in Augennähe oder auf den Schleimhäuten verwendet werden sollen. Bei der Fanbemalung sollten diese Bereiche also lieber ausgespart werden. Leider ist das Lesen dieser Warnhinweise oft etwas beschwerlich, da sich die Angaben zumeist etwas versteckt oder kleingedruckt auf der Rückseite der Verpackung befinden.

Problematisch wird es vor allem dann, wenn Warnhinweise und Bilder gegensätzliche Informationen vermitteln: So ist es sowohl 2011 als auch 2012 bei jeweils einer Probe vorgekommen, dass in den Warnhinweisen von einer Verwendung der Produkte in Augennähe abgeraten wurde, eine Abbildung auf der Verpackung jedoch Personen zeigte, die in Augennähe geschminkt waren.


Mit der richtigen Fanbemalung bleibt dann nur noch eins zu sagen: …Tor! Tor! Tor!
Fanschminke zur Fußball-EM
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