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LAVES untersucht Verpackungen für Erfrischungsgetränke & Co.

Im Rahmen des Verbraucherschutzes sorgt das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) dafür, dass sichere Lebensmittel verzehrt bzw. getrunken werden können. Neben der Untersuchung von Fleisch, Fleischerzeugnissen (weitere Infos hier), Getränken, Keksen und Knabbereien und anderen Lebensmitteln ist gemäß Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) auch die Überprüfung der jeweiligen Verpackung und Umhüllungen notwendig. Aus ungeeigneten Verpackungen oder Umhüllungen können Stoffe übergehen und damit das Lebensmittel geschmacklich und stofflich verändern.

Verpackungen und Umhüllungen können aus Metall, Glas, Keramik, Kunststoff, Papier, Pappe, Holz oder Textilien bestehen. Zu den wichtigen Rohstoffen für Verpackungen gehören Papier und Karton sowie Metallfolien, teilweise als Mehrschichtsysteme die üblicherweise bedruckt werden .Neben dem Einsatz von Rohstoffen finden eine große Zahl von Hilfsstoffen, Farbmitteln und Druckhilfsmitteln bei der Herstellung und "Veredlung" der Papiere und Kartons Verwendung. Fotoinitiatoren, wie zum Beispiel Benzophenon und Isopropylthioxanton sind Bestandteile von Druckfarben, welche in Sekundenbruchteilen mit Bestrahlung durch UV-Licht ausgehärtet werden können.

Die Überprüfung der Einhaltung von EG-Verordnungen und Regelungen nach dem nationalen Recht soll gewährleisten, dass Verpackungen nach "Guter Herstellungspraxis" hergestellt und verwendet werden.

Milchverpackung
Verpackungen für Milch wurden auch schon im Jahr 2006 im IfB auf ITX hin untersucht.

Bereits im Jahr 2006 wurden Verpackungen von Erfrischungsgetränken sowie Milchprodukte auf der Suche nach dem Fotoinitiator ITX (Isopropylthioxanton) untersucht. Umso erstaunlicher war es, dass auch weiterhin (monomere) Fotoinitiatoren – hier Benzophenon, 4-Methylbenzpophenon und DMPAP(2,2 Dimethoxy-2-phenylacetophenon)- auch noch im Jahr 2009 Anwendung finden, obwohl bekannt ist, dass diese Druckhilfsstoffe aufgrund ihrer geringen Molekülgröße Barrieren überwinden können und aus der Verpackung über mehrere Schichten auf das Lebensmittel übergehen können.

Kekse
Keksverpackung

Neu war allerdings, dass ein Übergang nicht nur auf Lebensmittel wie Erfrischungsgetränke und Milcherzeugnisse erfolgen kann, sondern auch auf sogenannte "Trockene Lebensmittel" wie Kekse oder Knabbereinen. Dieser Übergang kann auch auftreten, wenn eine Kunststoffzwischenschicht bzw. zusätzliche Folie verwendet wurde. Der Übergang ist abhängig von der Lagerdauer und den Lagerbedingungen sowie der Art und Schichtdicke einer Folie als Zwischenverpackung.

Verschiedene Problembereiche wurden bei den Untersuchungen im LAVES Institut für Bedarfsgegenstände in Lüneburg (IfB LG) bei Verpackungen/Umhüllungen berücksichtigt. Dazu gehörten auch die Fotoinitiatoren in Getränkekartons (Mehrschichtsystem) und Gebäckverpackungen (Kekse, Knabbereien) aus Papier, Karton mit und ohne Kunststoff-Folien als Zwischenverpackung.

Übersicht Untersuchungen

Fotoinitiator

Benzophenon

mg/kg in der Verpackung

4-MBP

mg/kg in der Verpackung

DMPAP

mg/kg in der Verpackung

Probenzahl

Ingesamt 21 Gebäckverpackungen

10 positiv

min. 1,37

max. 11,4

4 positiv

min. 17,8

max. 572,3

3 positiv

min. 58,3

max. 81,9

Insgesamt 5 Getränkeverpackung im Jahr 2009

3 positiv: Spuren

3 positiv : Spuren

Insgesamt 43 Getränkeverpackung im Jahr 2008

7 positiv: Spuren

Seit der ITX Problematik (aktuell keine positiven Befunde) zeigt sich eine Veränderung im Druck von Getränkeverpackungen dahingehend, dass kritische Fotoinitiatoren wie Benzophenon aktuell nur noch in Spuren nachgewiesen wurden. Bei trockenen Lebensmtteln z. B. Gebäckverpackungen (weitere Ergebnisse liegen beim LAVES auch zu Müsli, Reis, Paniermehl etc vor) wurden Fotoinitiatoren inbesondere 4-MBP und DMPAP in erheblichen Mengen nachgewiesen.

Die EFSA (European Food Safety Authority) hat Benzophenon neu bewertetet. Für Benzophenon wurde ein TDI (Tolerabel-daily-Intake = tolerierbare, tägliche, lebenslange Aufnahme, ohne dass gesundheitliche Schädigungen auftreten) von 0,03 mg pro kg Körpergewicht (KG) festgelegt. Dieser TDI Wert kann nicht auf 4-MBP und Hydroxybenzophenon übertragen werden, da hierzu ausreichende Daten zur toxikologischen Bewertung fehlen. Die EFSA geht zurzeit davon aus, dass zukünftig auch keine Anwendung von 4-MBP mehr stattfinden wird. Die zukünftige Aufgabe des LAVES IfB LG ist es, zu prüfen, ob weiterhin 4-MBP als Fotoinitiator eingesetzt wird und die Migrations- Höchstmengen (TDI) für Benzophenon im Lebensmittel eingehalten werden. Auch auf die Verwendung anderer Fotoinitiatoren –wie DMPAP- wird das LAVES auch zukünftig in Form von Stichprobenanalysen kontrollieren.

Grillschale
Marinaden für Fleisch können Essig oder Fruchtsäuren enthalten.

Alufolie, Grillschale & Co.

Lebensmittelbedarfsgegenstände aus Aluminium haben es auch in sich!

Aluminium ist in Form von Folien, Grillschalen oder sonstigen Küchenutensilien in fast jedem Haushalt anzutreffen. Besonders Alufolie ist als praktischer Küchenhelfer - abdecken, einwickeln, transportieren – bei Verbrauchern und gewerblichen Verwendern sehr beliebt. Zudem kommen in der Sommerzeit vermehrt Grillschalen aus Aluminium zum Einsatz. Einfach, bequem, praktisch: Grill und Grillrost bleiben sauber und müssen nicht mühsam gereinigt werden. Die benutzten Grillschalen werden nach Gebrauch einfach mit dem restlichen Müll entsorgt.

Weiterhin positiv: Grillschalen können für eine Verminderung der Schadstoffbelastung im Grillgut sorgen. Beim Grillen auf offener Glut können Schadstoffe, wie z.B. Nitrosamine oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs) entstehen und auf das Grillgut übergehen. Die Verwendung von Alufolie oder Grillschalen verringern diesen Übergang auf die Lebensmittel.

Was viele Verbraucher jedoch nicht wissen:

Bei falscher Anwendung können diese praktischen Küchenhelfer aus Aluminium selbst zu einer unerwünschten stofflichen Belastung werden und im schlimmsten Fall eine gesundheitsschädigende Wirkung entfalten!

Dunkel verfärbte Alufolie, Lebensmittel mit einem metallischen Geschmack oder kleine Aluminiumflöckchen, die an einem Lebensmittel haften.

Das alles kann passieren, wenn Aluminium von Säuren und Laugen angegriffen wird. Je nach Säure- oder Laugenkonzentration kann z.B. Alufolie sogar vollständig aufgelöst werden.

Lebensmittelbedarfsgegenstände aus Aluminium sollten daher nur für pH-neutrale Lebensmittel eingesetzt werden, da ansonsten das Aluminium aus dem Bedarfsgegenstand herausgelöst und auf das Lebensmittel übergeht.

Beispiele für saure Lebensmittel: Sauerkraut, saure Gurken und Zitrusfrüchte. Aber auch Marinaden können durchaus Essig oder Fruchtsäuren enthalten und sollten nicht oder zumindest nur für kurze Dauer mit Aluminium in Berührung kommen. Neben der Säure- oder Laugenkonzentration spielt die Kontaktdauer eine wesentliche Rolle. Während eine kurze Kontaktdauer mit sauren Lebensmitteln meist unbedenklich ist (z.B. mariniertes Fleisch auf Grillschale), kommt es bei längerem Kontakt zu erheblichen Übergang von Aluminium auf das Lebensmittel (z.B. saure Gurken in Alufolie eingewickelt und über Nacht im Kühlschrank gelagert). Insbesondere bei gewerblichen Betrieben kann es zu einer hohen Kontamination von Lebensmitteln mit Aluminium kommen, wenn z.B. Fruchtsäfte in Aluminiumcontainern transportiert / gelagert werden, oder Früchte mit Dampfentsaftern aus Aluminium entsaftet werden.

Ebenso sollte noch feuchtes Laugengebäck nicht auf Alublechen gelagert / getrocknet, oder in Alufolie verpackt werden.

Saure Gurke in Alufolie
Saure Lebensmittel, wie eingelegte Gurken, sollten nicht in Alufolie aufbewahrt werden.
Salat mit Frischhaltefolie
Zum Abdecken von essighaltigen Salaten sollte Frischhaltefolie statt Alufolie verwendet werden.

Um einen sicheren und sachgemäßen Umgang mit Lebensmittelbedarfsgegenständen aus Aluminium zu gewährleisten, ist der verantwortliche Hersteller oder Inverkehrbringer verpflichtet, seine Produkte mit entsprechenden Verwendungshinweisen zu versehen.

Meistens sind diese auf den Verpackungen solcher Gegenstände zu finden und sollten unbedingt beachtet werden. Im Rahmen der amtlichen Kontrolle der Bedarfsgegenstände wird, neben den stofflichen Parametern, ebenfalls das Vorhandensein solcher Verwendungshinweise überprüft.

Aluminium ist natürlicher Bestandteil vieler Lebensmittel und wird vom Menschen zwangsläufig in gewissen Mengen aufgenommen. Gesundheitlich bedenklich ist jedoch nur eine länger anhaltende Aufnahme hoher Aluminiummengen. Es sind mehrere Fälle bekannt, bei denen hohe Aluminiumexpositionen zu Gesundheitsstörungen, wie z.B. Demineralisation der Knochen, Anämie und sogar Hirnschädigungen geführt haben. Die EFSA hat daher für die lebenslange Aufnahme von Aluminium eine gesundheitlich unbedenkliche wöchentliche Aufnahmemenge (TWI – tolerable weekly intake) von 1 Milligramm (mg) je Kilogramm Körpergewicht festgesetzt. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass durch eine ausgewogene Ernährung, sowie Beachtung der Gebrauchshinweise beim Einsatz von Lebensmittelkontaktmaterialien aus Aluminium, dieser Wert nicht überschritten wird.

Grillschale aus Aluminium

Grillschale aus Aluminium

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