LAVES klar

LAVES zählt Seehunde

Die Flugzeuge starten zur Zählung im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer


Die ersten jungen Seehunde sind an der niedersächsischen Küste zu entdecken. Mit großen, neugierigen Knopfaugen beobachten sie alles um sich herum - Zeit für den Start der diesjährigen Seehundzählflüge: Los geht es am Freitag, 16. Juni 2017. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hat fünf Termine mit insgesamt 15 Flügen vor der niedersächsischen Küste organisiert. Die weiteren Termine: 20. Juni, 29. Juni und 14. August. Der letzte Flug ist in diesem Jahr für Donnerstag, 17. August, geplant. Die Seehundzählungen finden im Rahmen des internationalen Seehundschutzabkommens zeitgleich in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Dänemark und den Niederlanden statt.

Bei der Flugplanung wird das niedersächsische Küstengebiet in drei etwa gleich große Abschnitte unterteilt und so können drei Kleinflugzeuge gleichzeitig starten. Es geht bei Niedrigwasser ab Emden, Mariensiel und Nordholz los. Diese Zeit ist wichtig für die Zählung, denn bei Niedrigwasser sammeln sich viele Seehunde auf den Sandbänken. Sie kümmern sich um ihren Nachwuchs, wechseln ihr Fell und sonnen sich. Auch in diesem Jahr haben sich niedersächsische Jäger bereit erklärt, die Zählung ehrenamtlich zu übernehmen. Eine Aufgabe, die die erfahrenen Zähler teilweise bereits seit Jahrzehnten ausüben. Auch Wissenschaftler des LAVES verschaffen sich während der Flüge erste Eindrücke über den Gesamtzustand dieser Meeresbewohner aus der Luft.

Der Seehundbestand hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich auf hohem Niveau stabilisiert: In 2016 wurde mit 9.339 Tieren der bisherige Spitzenwert von 2014 mit 9.343 Tieren nur knapp verfehlt; in 2015 wurden 9.255 Seehunde an der niedersächsischen Küste gezählt. Eine Grippeviruserkrankung im Winter 2014 konnte dem Bestand nicht ernsthaft etwas anhaben. Kurzer Rückblick: Der Grippevirus (H10N7) wurde 2014 bei Seehunden in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Dänemark und Schweden nachgewiesen. Nach Schätzungen sind in Schleswig-Holstein mehr als 2.100 und in Niedersachsen etwa 320 Seehunde verendet. Die Anzahl der toten Tiere war weitaus geringer als bei dem durch das Staupevirus ausgelöste Seehundsterben 1988 und 2002. Dadurch reduzierte sich 2002 der Bestand um weit mehr als die Hälfte - 3.851 Seehunde wurden an der niedersächsischen Küste tot aufgefunden.

Wie viele Seehunde sich in diesem Jahr im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer tummeln, kann nach dem Abschlussflug am Donnerstag, 17. August, gesagt werden.

Das Ergebnis der Zählfluge aus dem Jahr 2016 finden Sie unter www.laves.niedersachsen.de.



Aktuelle Statistik Seehundpopulation von 1958 bis 2016

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